Marion Krafzik – Geschichten machen einfach Spaß

Marion closeAufgewachsen in der Lüneburger Heide, mit einer bestandenen Fotografen Ausbildung in der Tasche und einen Traum im Herzen, zog ich nach Hamburg. Ich arbeitet bei Top-Fotografen, war deren Assistentin und Studio Managerin. Doch irgendwann wollte ich, dass die Bilder sich bewegten und ich wechselte von der Fotografie zum Film. Ganz unten fing ich an hatte aber ein Ziel. Regie. Nach ein paar Jahren war es dann soweit und ich drehte meinen ersten Imagefilm. Es wurden immer mehr und es machte Spaß. Während dieser Zeit lernte ich auch das Szenenschreiben, Dramaturgie und Struktur eines Filmes.
Es waren wundervolle Jahre, aber mein Reisefieber wuchs und wuchs. Ich erfüllte mir meinen Kindheitstraum und ging nach Südafrika. Ich hatte dort zwar keine Farm so wie Karen Blixen in “Out of Africa“, nein viel besser, ich hatte ein Safari Unternehmen. Ich lebte im Busch mit all den Tieren direkt vor meiner Haustür. Ich lernte viel über sie und über die Menschen und habe mein Wissen an die Besucher weitergegeben. Es war eine wunderbare Zeit, ein Traum ist in Erfüllung gegangen und es hatte noch etwas bewirkt, unzählige Geschichten fingen an sich in meinen Kopf ein zu pflanzen.

Meine Regiearbeit und das Schreiben eines Skripts haben mir natürlich geholfen das ich mich in dem ‚wie schreibe ich ein Buch‘ zurechtfinde. Beide haben die gleiche Struktur des Aufbaus. Die klassische Drei Akt Struktur. Anfang, Mitte und Ende. Aufgeteilt in unterschiedlichen Längen. Selbst die Szenen Struktur ist gleich, es muss immer einen Konflikt geben. Gibt es keinen Konflikt brauche ich die Szene auch nicht. Konflikte sind unbedingt notwendig denn ein Konflikt, egal ob es ein Innerer oder Äußerer Konflikt ist, treibt die Geschichte voran.

Geschichten erzählt zubekommen, zu lesen und Geschichten zu schreiben ist so alt wie die Menschheit. Geschichten sind Balsam für die Seele, sie transportieren uns schlagartig in eine andere Welt, eine Welt die wir uns in unsere Fantasie erbauen und die uns beflügeln. Geschichten machen einfach Spaß.

Ich mag Geschichten, die sich mit menschlichen Abgründen befassen, die Irrungen und Wirrungen des Lebens. Konflikte, Hass, Liebe, Intrigen und Lügen.
Wie gehen meine Protagonisten damit um, was treibt sie an und wie weit gehen sie damit sie ihr Leben, so wie sie es sich wünschen, weiter leben können.

gefangen1200

In meinem Buch, meiner Geschichte, geht es um drei junge Frauen, die sehr unterschiedlich von ihrem Äußeren und von ihrem Wesen sind. Es ist eher eine, wie man so schön sagt ‚hohle Freundschaft. ‘
Als endlich die langersehnte ABI Party stattfindet passiert etwas schreckliches, Marie wird vergewaltig und ein tödlicher Unfall macht das Szenario perfekt. Alle drei sind überfordert mit der Situation. Die ganze Sache wird vertuscht, es wird gelogen und ein Unschuldiger muss hinter Gitter. Marie ist die Einzige, die sich nicht mit dieser Lüge und der ungeheuren Gewissheit einen Unschuldigen hinter Gittern gebracht zu haben, arrangieren kann. Sie verfällt dem Alkohol und den Drogen um sich zu betäuben, um ihr schlechtes Gewissen, ihr Schuldgefühl loszuwerden. Doch irgendetwas in ihr drängt sie dazu sich der Wahrheit zu stellen, Frieden zu schließen, aufzuräumen mit der Vergangenheit. Ganz tief in ihr drin weiß sie, wenn sie überleben will, muss sie sich aus dem Sumpf der Lügen befreien. Acht Jahre nach diesem schrecklichen Abend kehrt sie zurück in ihre Heimatstadt und nimmt Kontakt mit ihren ehemaligen Freundinnen auf. Sie will gemeinsam mit ihnen die Vergangenheit aufklären. Doch Marie hat nicht damit gerechnet, dass ihre Freundinnen sich perfekt mit der Vergangenheit arrangiert haben. Marie beginnt einen Kampf gegen sich selbst, dem Alkohol und gegen ihre Freundinnen.

Kleine Leseprobe

Marie hat es endlich geschafft, das kleine Lokal zu finden. Sie erhascht einen Blick durch die Fensterscheibe, es ist gerammelt voll. Nett sieht es aus. Klein und anheimelnd, mit groben einfachen Holztischen und Stühlen und mit sparsamer Tischdeko, eben wie ein typisches italienisches Restaurant aussieht, oder was Marie sich darunter vorstellt. Sie war ja noch nie in Italien.
Beherzt öffnet sie die Tür und ein Schwall warmer, von Knoblauch geschwängerter Luft kommt ihr entgegen. Ihr Blick geht suchend durch das Lokal über fröhliche, gut gelaunte, snobistische und vor Eitelkeit strotzende Menschen, die auf 70m² vereint sind. Marie fühlt sich sofort fehl am Platze und bereut jetzt schon, dass sie dieses Treffen vorgeschlagen hat. Sie kann sich nicht mehr daran erinnern, was sie sich dabei gedacht hat. Will sie Marleen und Ruth wirklich sehen? Was will sie mit diesem Treffen beweisen oder besser gesagt, wem will sie etwas beweisen? Sie kennt doch längst die Antwort.
Da fallen ihr Tanjas Worte ein: „Finde heraus, was für dich wichtig ist. Finde heraus, was aus deinen Freundinnen geworden ist und dann entscheide, was du tun wirst.“ Das sind die magischen Sätze, die ihr Tanja mit auf den Weg gegeben hatte. Ja, recht hat sie, deshalb ist sie hier, um herauszufinden, wie es weitergeht.

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