Land oder Liebe von Britta Orlowski [Rezension]

 6 Tage habe ich eisern durchgehalten und dann war es dran, das neue Buch von Britta Orlowski. Als bekennender Fan der St. Elwine-Reihe und ehem. Randberlinerin hatte ich einfach nicht die Spur einer Chance, dieses Buch zu ignorieren und ich habe es nicht eine Sekunde bereut! Doch zunächst zum Inhalt:

Inhaltsangabe (Quelle: Amazon)

Am liebsten würde Tina alle Probleme weit von sich schieben. Dumm nur, dass sie alleinerziehende Mutter von drei Kindern ist. Eine Landpartie führt sie geradewegs nach Bützer, einem kleinen, aber hübschen Kaff an der Havel. Dort wird ein heruntergekommener Vierseitenhof zum Verkauf angeboten. Rasch steht fest: Sie wird aufs Land ziehen und sich ihren lang gehegten Traum von einem Mehrgenerationenhaus erfüllen. Das ist jedoch schwieriger als erwartet. Tinas Kinder leisten Widerstand und auch mit den Schrullen des Vorbesitzers hat sie nicht gerechnet. Den Mann mit seinem Machogehabe, den schwarzen Klamotten und dem albernen Tuch um den Kopf kann sie nicht recht einschätzen. Sein finsterer Blick geht ihr unter die Haut und insgeheim nennt sie ihn Prinz Eisenherz. Besser, sie interessiert sich nicht weiter für den Kerl und konzentriert sich lieber auf ihr Ziel, bald eine Familie der besonderen Art zu haben.

Rezension

Britta hat wieder einen echten Volltreffer gelandet. Ich habe gelacht und geweint. Szenen wie der Spinnenangriff im Plumpsklo oder auch die Beschreibungen der kleinen Josi sind so lebensnah geschrieben, dass man vergisst, dass es sich hier eigentlich nur um Fiktion handelt. Und wenn ich ganz ehrlich bin, konnte ich das Buch nicht eine Sekunde aus der Hand legen und habe es an einem Nachmittag verschlungen. Die lebendigen Charaktere, die alle Bücher von Britta Orlowski auszeichnen, machen dieses Buch zu einem besonderen Schmuckstück, hier wird niemand vernachlässigt, selbst die Nebendarsteller werden ausführlich beschrieben. Trotz allem habe ich nicht eine Person entdeckt, welche übertrieben dargestellt wurde. Die Kinder von Tina erinnern mich teilweise an meine Teenager und mit Zarah Leander würde ich auch gern einmal quilten. Selbst das Verhalten von Prinz Eisenherz ist sehr lebensnah auch wenn mir manchmal das Verständnis für sein Denken fehlte. Aber er ist eben ganz „Mann“. Die teilweise Naivität einer anderseits gestanden Frau wie Tina hat mich immer wieder verständnisvoll grinsen lassen.

In diesem Buch ist alles vereint, Liebe, Freundschaft, Familie und Drama. Es macht ist gut recherchiert in den unumgänglichen Fachthemen, ohne überfrachtet zu werden. Auch wenn manche Handlungsstränge berechenbar sind, schmälert das nicht die Lust am Lesen. Der erhoffte Ausgang ist ein wenig wie ein Geschenk zu Weihnachten, das man sich schon lange gewünscht hat und schließlich erhält. Man lehnt sich mit einem Lächeln zurück und ist einfach nur dankbar.

Kleines Schmankerl ist das Wiedertreffen von alten Bekannten aus St. Elwine.

Alles in allem ein rundum gelungenes Buch, das ich uneingeschränkt weiterempfehlen kann.

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