Christoph Stark – Fantasy ist seine erste Liebe

ChristophSchwarzMein Name ist Christoph Stark, ich bin 1982 in Köln geboren und habe dort sowohl mein Abitur, als auch mein Studium vollendet.
Schon lange geisterten Ideen, Konzepte, Personen durch meinen Kopf, so dass ich vor zwei Jahren damit begann, mein erstes Buch „Die Reisen der jungen Magici – Die schwarze Hand“ zu schreiben.
Fantasy ist meine erste Liebe, da man damit die engen Grenzen der Realität sprengen kann und durch Verfremdung und Zuspitzung die Wahrheit heute besser zeigen kann.
Stephen King, J.R.R. Tolkien und Markus Heitz sind in gewissem Maße meine Vorbilder.


Nachfolgend gibt es für Euch ein paar Leseproben aus Christophs Buch: „Die Reisen der jungen Magici – Die schwarze Hand -. Einen Link zur Amazonseite des Buches findet Ihr ganz unten (einfach das Cover anklicken). Mich haben die nachfolgenden Texte so neugierig gemacht, dass ich es mir gleich bestellt habe und es befindet sich jetzt auch auf meinem Sub und wird natürlich auch rezensiert. Aber weiter geht es mit Christoph.


 

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Ich mag den Anfang:

„Armageddon“, „Das Jüngste Gericht“, „Das Ende der Welt“ oder „Der letzte Tag der Erde“, so lauteten die letzten Titel der elektronischen Massenmedien, die als lichtschnelle Impulse durch das dicht gespannte Informationsnetz der Welt rasten, als das große Zeitalter der Menschheit endete, ein letzter, gewaltiger Aufschrei. Der Impuls verstummte so schnell, wie er gekommen war.
Dann Ruhe. Stille. Nichts.
Doch auf den letzten Tag der Erde folgte ein weiterer Tag.
Danach ein weiterer Tag.
Und noch einer.
Tage wurden zu Wochen, Wochen zu Monaten, Monate zu Jahren, Jahre zu Jahrzehnten und zu Jahrhunderten.
Vom Weltraum aus gesehen wirkt die Erde noch wie eh und je. Der treue Mond ist noch da und dreht friedlich seine Bahnen, die Erde selbst befindet sich in der immer gleichen Bahn um die wärmende Sonne. Der Planet ist noch die azurblaue Kugel, die er seit Jahrmillionen war.
Wir schauen uns die Erde näher an und sehen erste Anzeichen, dass sich doch etwas verändert hat; die Umlaufbahn ist voller schwebender Trümmer. Reste von erloschenen Satelliten, abgerissene Sonnensegel und aufgegebene Raumstationen kreisen in Bahnen, die sich unendlich langsam in Richtung Erde schrauben, ihren lautlosen Tanz aufführen.
Wir wollen uns die Erde noch genauer anschauen und nähern uns, vorbei an nicht enden wollenden Schrotthalden, unserem Ziel. Wir müssen aufpassen, kleine, messerscharfe Geschosse wirbeln um den Planeten, in atemberaubender Geschwindigkeit, als wollten sie unliebsame Besucher abschrecken. Ein Astronaut passiert uns in seinem blütenweißen Anzug. Auch er ist sehr schnell. Das Visier des Astronauten ist zum Glück verspiegelt, so dass wir von dem sicherlich schaurigen Anblick verschont bleiben.
Wir stellen uns einen lächelnden Totenkopf vor.
Doch er ist längst wieder außer Sichtweite, führt seinen ewigen Walzer weiter, bis er dereinst in der Atmosphäre verglühen wird.
Wir schweben durch diesen Technikfriedhof, achten weiter darauf, dass wir keinem der rasend schnell kreisenden Teile zu nahe kommen, und sind endlich über der Erde.
Es ist Nacht im alten Europa, doch was früher hell erleuchtet war, die riesigen, ausufernden Städte, die modernen Hovertram-Linien, die Bahnstrecken und alten Autobahnen, als Lebensadern der Zivilisation, ist nun erloschen.
Wir nähern uns weiter und sehen nun doch noch vereinzelte Lichter, weit versprengt. Nicht das kalte, elektrische Licht früherer Zeiten, sondern warmes, wohliges Licht, von Feuerstellen und Lagerfeuern. Dieser Planet birgt also doch noch menschliches Leben in sich.
Wir sehen kleine Siedlungen mit ordentlich bestellten Feldern, die sich in die raue Natur schmiegen, trotzig und unnachgiebig, aber trotzdem in Einigkeit mit der ursprünglichen Umgebung.
Unser Augenmerk richten wir auf Norden, wo sich früher ein Land namens England befunden hat. Über den Ärmelkanal ragt noch eine mächtige Brücke, die standhaft das Erinnern an die große Zivilisation aufrechterhält, von Wellen umschmiegt und umpeitscht, die sich nicht mit dieser Störung abfinden möchten und beharrlich, Quäntchen um Quäntchen, den Beton und den Stahl fortzuspülen versuchen.
Im alten England gibt es viele dieser kleinen Dörfer und Bauernhöfe. Sanfter Feuerschein dringt aus den Häusern. Es sind kleine Häuser aus Backsteinen und kleinen, grauen Elementen, die wie Beton aussehen. Reetdächer krönen die meisten Häuser, die Schornsteine rauchen verhalten.
Es ist Spätsommer, die Menschen brauchen noch nicht wirklich zu heizen, doch ein bisschen Wärme macht die Nacht gemütlicher, die Häuser wohnlicher.
Niemand ist auf den ausgelaufenen Wegen und uralten Straßen unterwegs. Hier und da huscht ein Reh durch die Dunkelheit, flieht ein Hase vor einem Raubtier, sonst herrscht absolute Stille. Nachtruhe ist angebrochen nach vermutlich schwerer Tagesarbeit auf den Feldern und im Handwerk.
Wir halten Ausschau nach den großen Städten, die hier einmal gestanden haben. Wir finden bald die alte, früher ach so stolze, Hauptstadt Englands. Auch sie ist menschenleer.
Das Heulen von Wölfen hallt durch die Nacht, hungrig, aber auch sehnsüchtig. Beinahe herzzerreißend.
Was ist mit den anderen Städten?
Wir suchen sie, finden aber nichts. Nur riesige Krater, stumme Zeugen einer gewaltigen Katastrophe.
Einen dieser Krater blicken wir uns genauer an, sehen, dass die kläglichen Reste großer Hochhäuser am äußersten Rand der höllischen Explosionsmittelpunkte stehen geblieben sind, sich behauptet hatten, gegen die unheilige Kraft, die hier gewirkt haben musste.
Nur um in ewige Vergessenheit zu gelangen.

bild 3Oder auch dies:

Wie hatte er nur so unaufmerksam sein können? Er könnte sich Ohrfeigen.
Aber er musste rennen, rennen.
Eddie taumelte und schaffte es im letzten Moment, auf den Füßen zu bleiben, kurz bevor er nach rechts hingefallen wäre. Er durfte nicht fallen, musste rennen, entkommen.
Er hatte es doch geschmeckt.
Wie Spinnenweben umgarnte Müdigkeit sein Hirn, vernebelte seinen Blick. Ein Schwindel, der ihn an sein erstes Glas Cider erinnerte, zerrte an ihm, steuerte seine Beine fehl.
Es war Nacht und er lief vom Haus weg, durch hüfthohe Büsche und feuchtes, rutschiges Gras.
Seine Verfolger waren abgeschlagen, er hörte ihre Rufe nur noch aus weiter Ferne.
„Wo ist er?“
„Ich höre etwas, hier entlang!“
„Komm her, du Mistkerl!“
„Wir kriegen dich, gib auf!“
Lynn war noch im Haus, er musste etwas tun. Seine Gedanken irrten durch den Nebel, wie er durch die Dunkelheit irrte, schnell, aber ziellos. Was konnte er schon machen, er konnte nicht einmal klar denken. Er rauschte durch die Landschaft, wie von Vogelflügeln getragen, immer in eine Richtung, von einem Gedanken beschwingt.
Weg von ihnen.
Vor ihm tauchte das Glitzern eines Sees auf, der das Mondlicht reflektierte. Eddie bemerkte es zu spät, fiel bäuchlings hinein.
Das kalte Wasser erfrischte ihn. Sofort wusste er, was er als Erstes tun musste.
Er stieß den linken Zeigefinger in seinen Hals und der heiße Tee, zusammen mit dem reichhaltigen Abendessen, schoss hervor.
Das Gefühl war ekelerregend, Gänseklein und Kartoffelstückchen, kaum verdaut, brachen aus seinem Magen hervor.
Weiter, er durfte nicht aufhören und erbrach sich weiter, bis nur noch leere Würgelaute aus ihm hervorbrachen. Seine Speiseröhre brannte, als wolle sich sein Magen auf die Weise für den Kraftakt revanchieren, den er ihm zumuten musste.
Er musste.
Der Tee.
Eddie stapfte durch das Wasser, das ihm bis zu den Knien ging, bis er sicher war, dass es wieder klar war und fing an zu trinken. Er trank und trank, bis der faulige Geschmack aus seinem Mund gespült war.
Dann trank er weiter, spritzte sich das kalte Wasser in das Gesicht, wollte die Müdigkeit hinfort waschen.
Langsam und widerwillig kehrte die Klarheit in seinen Kopf zurück. Eddie ging zum Ufer und versteckte sich in den Seerosen und den Gewächsen, die das Ufer von der Umgebung abschirmten.
Dichter Schilf verbarg ihn.
Er war zur Bewegungslosigkeit erstarrt, er durfte nicht rascheln, das Wasser nicht aufwühlen. Das Platschen, als er ins Wasser gefallen war, und natürlich das Würgen, hatten schon genug Lärm gemacht.
Sie konnten immer noch hinter ihm her sein, auch wenn er sie nicht hören konnte. Sie hatten ihn bestimmt gehört.
Er meditierte, um wieder zur Ruhe zu kommen und seine Gedanken zu ordnen, streckte seine Fühler nach ihnen aus, fand sie aber nicht in seiner Nähe.
Lynn war noch bei ihnen, aber sie konnten ihr nichts tun, oder?
Nein, sie würden warten müssen, bis sie das Schlafmittel aus ihrem Körper geschwitzt hatte.
Waren sie überlistet worden? Ja!
Hätten sie es wissen können?
Eddie wusste nicht, was schlimmer war, dass die Leute, die ihnen Obdach und Nahrung angeboten hatten, Menschenfresser waren oder dass die Mortiers nichts, aber auch gar nichts, dabei empfanden.
Eddie hatte nur gelinde Freude gespürt, keine Hinterlist, keinen Hass oder Gier.
Sie hätten es gespürt, spüren müssen, denn Niedertracht umwehte Menschen wie ein schlechtes Parfüm und Magici konnten diesen Dunst riechen.
Es roch wie der Güllegeruch, der einen Bauern während der Saatzeit umwehte und in jeden Falte seines Körpers, jede Hautschuppe und jedes Haar eindrang. Man konnte diesen Gestank überdecken, man konnte sich mit der besten Seife waschen, doch man wurde ihn niemals ganz los.
Der Gestank der Bosheit war nicht da gewesen.

AnsonsreisenDerjungenMagiceten hier der Klappentext:

Es ist lange her, so lange…
Das letzte große Zeitalter der Menschheit ist lange vorbei, die alte Zivilisation ist längst vergessen.
Die Menschen leben wieder im Einklang mit der Natur, die Technik der Alten ist vergangen und Magie ist wieder Teil des Alltags geworden.
Der verschlafene Frieden wird leider nicht mehr lange währen, eine dunkle, unaufhaltsam scheinende Macht erwacht im Norden des alten Englands.
Das ruhige, sorgenfreie Leben des jungen Magicus-Schülers Edmond Smith ändert sich abrupt, als sich die Gefahr über das ganze Land auszubreiten beginnt.

 

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